MENSCHEN / TECHNIKGESCHICHTE
Mitterhofers Tasten: Eine Idee muss am Material bestehen
Die erhaltenen Schreibmaschinen erzählen mehr als die Legende vom einsamen Erfinder. Sie zeigen Verbesserungen, Grenzen und spätere Bewahrung.


Eine Tastatur gehört heute so selbstverständlich zum Arbeiten, dass die Schwierigkeiten früher Schreibmaschinen leicht verschwinden. Im Technischen Museum Wien ist ein Modell Peter Mitterhofers von 1864 dokumentiert. Der Südtiroler Zimmermann baute zunächst mit Holz. Seine dreireihige Tastatur kannte nur Großbuchstaben; die Typen perforierten das Papier mit kleinen Nadeln, weil ein Einfärbemechanismus fehlte.
Der Museumsdatensatz beschreibt weitere Entwicklungsstufen: einen Rahmen für das Papier und später einen walzenförmigen Träger. Mitterhofer zeigte ein Modell 1866 am Wiener Kaiserhof. Er erhielt Unterstützung und verkaufte später ein verbessertes Metallmodell an das Polytechnikum. Die dortige Beurteilung fiel dennoch negativ aus. Das ist ein dokumentierter Widerstand gegen die praktische Brauchbarkeit, kein Beweis dafür, dass jede Ablehnung eine verborgene Weltkarriere ankündigt.
Auch die Vorgeschichte ist nicht leer. Das Museum verweist auf den bereits zuvor konstruierenden Giuseppe Ravizza in Norditalien. Wir nennen Mitterhofer deshalb nicht den alleinigen Urheber aller Schreibmaschinen oder der heutigen Computertastatur. Ein Beitrag zur Entwicklung ist etwas anderes als ein Monopol auf die Idee.
Wie mühsam die Bewahrung solcher Technik ist, zeigt die TU Dresden an ihrem Mitterhofer-Modell: Ein Bericht von 2024 beschreibt dessen Rückkehr und die Geschichte von Ersatzteilen und Restaurierung. Ein Museumsobjekt trägt damit nicht nur die Geschichte seiner Herstellung, sondern auch die Geschichte seines Erhalts.